Gemeinde Broderstorf - Geschichte

675 Jahre Broderstorf (1)

Fürst Heinrich von Mecklenburg legte am 16. Oktober 1327 für den Bürger Henneken von Broderdorp die Scheide (Grenze) zwischen Broderstorf und Thulendorf fest. In dieser Urkunde bestätigte er dem Genannten, dass er das "Horn", ein Flurstück im Osten der jetzigen Gemarkung, behalten dürfe. Übrigens finden wir diese Bezeichnung in dem Straßennamen "Lütt Horn" des Broderstorfer Neubaugebietes wieder. In dieser ersten überlieferten Urkunde werden die beiden Orte noch als "Broderdorp" und "Tulendorp" bezeichnet. Wenn bereits im Jahre 1327 die Scheide zwischen Broderstorf und Thulendorf durch eine fürstliche Entscheidung festgestellt werden musste, bedeutet dies, dass beide Orte schon damals bestanden haben müssen.

Das Gebiet gehörte bis 1314 zum Teilfürstentum Rostock, es reichte bis zur Recknitz im Osten. Von den Farben und Symbolen dieses Fürstenwappens leitet sich auch unser Wappen z. T. ab, nämlich die blaue Farbe des Schildes und der goldene Greifenkopf mit der roten ausgeschlagenen Zunge. 1323 ging nach dem Tode des Fürsten Nikolaus von Rostock das Gebiet an den oben genannten Fürsten Heinrich von Mecklenburg über und gehörte somit zum Fürstentum Mecklenburg.

Unser Ort liegt an einer bedeutenden mittelalterlichen Verkehrsader, nämlich der nach 1323 mit dem Bau begonnenen Verbindung von Lübeck über Rostock nach Stettin, die zunächst bis nach Gnoien geführt wurde, etwa unsere B 110.
Diese und andere gute jetzige Verkehrsverbindungen machen die Gemeinde heute zur begehrten Wohnlage in unmittelbarer Nähe einer Großstadt.

Im Jahr 2002 feierte unsere Gemeinde mit mehreren Veranstaltungen das 675-jährige Jubiläum der Ersterwähnung in der oben genannten Urkunde. Inzwischen hat sich die Gemeinde von einer sehr kleinen Siedlung zu einem Gemeinwesen, das 12 Ortsteile mit fast 3000 Einwohnern umfasst, entwickelt.

675 Jahre Broderstorf (2)

Ein bequemes Fahren auf gut ausgebauten Straßen und Wegen ist für uns schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Im Mittelalter waren die Verkehrsverbindungen einfache, natürliche Feldwege. So wurde die "Straße" nach Gnoien nach 1323 "befestigt", d. h. sie war ein besserer Feldweg. Aber noch vor 200 Jahren war das Reisen hierzulande eine höchst strapaziöse Angelegenheit: zu Fuß oder zu Pferd bzw. mit der alten Postkutsche. Der Bau von Kunststraßen (Chausseen) in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war ein enormer Fortschritt.

Diese Straßen bestanden nach dem Makadamverfahren aus einer trocken gehaltenen Sohle, der Packlage und festgewalztem Schotter. Die jetzige B 110 wurde von Rostock bis Gnoien im Jahre 1849 in dieser Bauweise fertig gestellt. Allerdings musste bereits 10 Jahre später die obere Steinpackung der Straße zwischen Tessin und Gnoien erneuert werden. Straßeneinnehmer kassierten an den Hebestellen (Chausseehäuser mit vorgebautem Erker) Benutzungsabgaben, mit denen eine Refinanzierung erfolgte.

Dieses Chausseegeld wurde in Mecklenburg-Schwerin am 22.06.1888 abgeschafft. Ein solches Chausseehaus stand in Pastow an der ehemaligen Einmündung des Lindenweges. Straßenwärterhäuser befanden sich etwa alle 7,5 Kilometer direkt an den Straßen, z.B. das frühere Lehmhaus neben dem Gelände der Straßenmeisterei Pastow. 1895 unterstand die Straße bis Tessin der "Chausseeinspektion" Rostock. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auf diese Makadamstraßen warmer Teer aufgespritzt, damit es nicht so staubte. Die heute übliche Walzasphalt-Bauweise wurde in Deutschland seit 1913 angewendet. An einer Seite befand sich häufig der sogenannte Sommerweg, den besonders die Gespannwagen nutzten.

Kopfsteinplasterstraßen sind viel jünger; viele innerörtliche Straßen entstanden auf diese Weise. Pflasterstraßen baute man nach Einführung einer Steinschlagmaschine; sie wurden noch bis in die 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts als Notstandsarbeiten ausgeführt (Beispiel: geschlagene Steine auf der Straße von der B 110 bis Teschendorf).Die B 110 hatte bis Anfang der 70er Jahre bis Lüsewitz Holz ein Kleinpflaster von etwa 6 Meter Breite. Danach wurde sie auf etwas über 7 Meter als Asphaltstraße ausgebaut. Sie wird heute von täglich über 16.000 Fahrzeugen benutzt, die Spitzenwerte pro Stunde betragen bis zu 1.650 Fahrzeuge.

Heute existieren neben den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen auch Gemeindestraßen, allein in unserer Gemeinde sind über 21 Kilometer in der Baulast der Kommune. Die Eisenbahnlinie Rostock-Tessin wurde als Großherzogliche Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn im Rahmen des Ausbaus eines lokalen Bahnnetzes im Zusammenhang mit dem Bau einer Strecke nach Sülze im Jahre 1895 (weiter bis Stralsund 1900) eröffnet.

Nach 1880 entstanden in Mecklenburg 14 solcher Linien und viele sogenannte "Rüben- oder Zuckerbahnen". Die Zugfolgen waren noch bis vor wenigen Jahren nach Rostock nicht so dicht, wie wir es heute gewohnt sind. Der Fahrpreis von Broderstorf nach Rostock betrug 1917 in der 2. Klasse 55 Pfennig, in der 3. Klasse 40 Pfennig und in der 4. Klasse 25 Pfennig, für damalige Löhne auch nicht gerade billig.
Von den beiden Bahnhöfen auf dem Gebiet der Gemeinde wird heute der Teschendorfer als Wohnhaus genutzt, der privatisierte Broderstorfer Bahnhof ist eine Fast-Ruine.

675 Jahre Broderstorf (3)

Der Monatsname März leitet sich vom römischen Gott Mars ab, er ist der Monat des Kampfes mit der kalten Jahreszeit, er wird im Plattdeutschen auch Lenzmaand oder Lentmand, also der Frühlingsmonat genannt. Die Zeit für Bestellarbeiten ist gekommen. In der Kindheit lernten wir noch das Lied: "Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt". Auf kleinen Höfen wurden sogar Kühe als Zugtiere benutzt.
Heute wird der Schlepper mit einigen hundert Pferdestärken (richtiger "KW") aus der Halle geholt. Früher waren beim damaligen Stand der Technik viele Hände nötig, um das Feld zu bestellen, heute steuert ein Fahrer über verschiedene Hebel Schlepper und Maschinen. Und dennoch sind die Naturgesetze nicht außer Kraft, in alten Bauernregeln liegt auch heute noch etwas Wahres, wie "Drögen März un natten Mai freugt den Buern un de Kreih" oder "Nich tau tiedig seihigen, sünst hest du nicks tau`n meihgen" oder im Hochdeutschen: "Trockener März füllt den Keller".

Als Brotkorn in Mecklenburg diente um 1800 der Roggen, der Brotverzehr war zu jener Zeit bei der ländlichen Bevölkerung beachtlich hoch. Brot aß man auch als Zwischenkost, aber auch als Zukost zu Suppen. Dagegen setzte sich die Kartoffel auf großen Flächen erst spät durch, nämlich nach 1800. Sie war aber bereits um 1700 in Gärten, auf Neben- und Brachflächen angebaut worden. Bauern und Tagelöhner sind die ersten Anbauer dieser Kulturpflanze, denn "die Kartoffel sei des armen Mannes tägliche Kost", so wird 1788 und 1792 aus Neukloster und Waren berichtet. Bis 1850 setzte sie sich dann als Nahrung in allen Gesellschaftsschichten durch.

Im "Lenzmaand" beginnt der Frühling, und seit 325 ist das Osterfest auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling festgelegt. Es war ein ursprünglich germanisches Fest, das nach der germanischen Frühlingsgöttin "Ostaria" benannt wurde. Heute ist das Osterfest als Auferstehungsfeier das älteste christliche Fest überhaupt. Vielfältige Sitten und Gebräuche sind auch aus dem Mecklenburgischen bekannt. Noch in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Lande häufig in die Öffnung ausgeblasener Eier eine Rosine getan und dieses im Garten versteckt, gefärbt wurden sie traditionsgemäß mit Heu, Zwiebelschalen oder Zichorie. In der Stadt gab es bereits Eier und Osterhasen aus Schokolade. Dabei hat der Brauch der Ostereier eine lange Tradition, bereits in der vorchristlichen Zeit symbolisierte das mit Ringen beschmückte Ei die Welt im Morgenrot, diese Vorstellung als Abbild des Lebens und der Auferstehung hat die frühchristliche Kirche übernommen. Der Brauch des Versteckens und Suchens der Ostereier kam erst nach der Reformation auf. Es ist für Kinder die Hauptsache am Osterfest geworden, zugleich ist es Ausdruck für die Fröhlichkeit des Osterfestes. Einen anderen Brauch ließ die Feuerwehr unseres Ortes vor einigen Jahren wieder aufleben, als sie ein Osterfeuer abbrannte, wobei das Feuer als Symbol für das Licht steht, es sollte auch vor bösen Geistern schützen, während des Abbrennens herrscht eine mehr oder weniger große Ausgelassenheit und Fröhlichkeit. Heimlicher ging es dagegen beim Holen des Osterwassers zu. Ganz in der Früh vor dem Sonnenaufgang machte man sich auf den Weg zu einem Bach, Wasser gegen den Strom zu schöpfen, um das Jahr über gesund und schön zu bleiben. Bis zur Ankunft wieder zu Hause durfte kein Wort gesprochen werden, sonst war alles umsonst. Und wenn man im klaren Wasser das Spiegelbild eines Jünglings sehen konnte, war es vielleicht der, den man heimlich mochte. Heute ist manches etwas prosaischer geworden.

675 Jahre Broderstorf (4)

Für uns erscheint es heute fast als nicht außergewöhnlich, in bequemen Verkehrsmitteln innerhalb eines Tages von hier in die Alpen zu gelangen.
Vorläufer des Reiseverkehrs war im 16. Jahrhundert die Errichtung von Botenanstalten, z.B. des Hansabotenkurses, der von Hamburg über Lübeck, Stettin bis Danzig als so genannter Danziger Bote lief.

Später bestellte Rostock eigene Boten (Postmeister). So entstanden dann weitere Botenstrecken, wie um 1637 der Seitenkurs von Rostock nach Güstrow. Hauptstrecken in unserem Gebiet waren die von Rostock über Bützow, Schwerin
und Ratzeburg nach Hamburg, Wismar nach Rostock und von Güstrow nach Rostock.

Die meisten Verbindungen wurden vierspännig, bei schlechtem Wetter, im Winter und bei tiefen Wegen auch sechs- oder siebenspännig gefahren. Anfangs wurden offene Wagen ohne Federung benutzt, dann spannte man in der ersten Hälfte
des 19. Jahrhunderts über die schweren Fahrzeuge einfach auf Tonnenbügel Planleinen, die dann wenigstens Schutz vor Wind und Wetter boten. Die Wagen fuhren Tag und Nacht und bei jedem Wetter mit bedächtigem Tempo. Mit dem beginnenden Chausseebau kamen Ende 1830 die ersten in Federn ruhenden Wagen auf.

Blinde Passagiere gab es auch schon zu damaliger Zeit. Sie verließen die Postwagen vor den Orten und fanden sich nach dem Ortsausgang wieder zur Weiterfahrt ein.

Um 1800 waren die Wege im "Naturzustand", im feuchten Niederungen waren sie buchstäblich "Knüppeldämme", dünne Stämme und Knüppel wurden quer über die Fahrweg gelegt, Brücken fehlten oder waren in schlechtem Zustand oder mangelhaft, so dass ein Passieren mit Gefahr verbunden war. Umwerfen und Bruch der Wagen gehörte zum gewöhnlichen Alltagserlebnis einer Reise. So ist es vorstellbar, dass man eine gute körperliche Konstitution besitzen musste.

War eine Übernachtung nötig, fand man sie in Dorfschenken, die oft "Höhlen" des Schmutzes und der Dürftigkeit waren. Männer und Frauen schliefen häufig in demselben Zimmer mit einem Laken auf bedeckten Strohlagern. Für den Fern-
verkehr kamen in Kriegszeiten unwägbare Wirrnisse hinzu, wie z.B. noch 1806 und 1807 während der französischen Besetzung durch napoleonische Truppen.

Als schließlich die Eisenbahnen gebaut wurden, verbesserten und beschleunigten sich die Reisebedingungen. Der Reiseverkehr mit Postkutschen, so romantisch verklärt wir dies heute auch betrachten mögen, schlief ein.

Wenn die (guten alten Zeiten) aus heutiger Sicht etwas verklärt betrachtet werden, dann vergessen wir im Allgemeinen die Mühsal unserer Vorfahren, die gewiss härteren Lebensbedingungen gegenüber der heutigen Zeit. Freuen wir uns also über die bequeme Fahrt in modernen Verkehrsmitteln über größere Entfernungen in recht kurzer Zeit!

675 Jahre Broderstorf (5)

Im Mai schließt der Spargel, und es schlagen die Bäume aus. Dies sind uns allen geläufige Formulierungen. Es soll damit ausgedrückt werden, dass alles zu grünen beginnt.

Aber nicht nur die bloße Darstellung der natürlichen Pflanzenentwicklung finden wir in der Überlieferung sondern auch Vorstellungen des Aberglaubens: So sollten Rosskastanien in der Tasche beim Sturz vor Schaden schützen, ein in der Johannisnacht kurz nach Mitternacht geschnittener und auf die Türschwelle gestellter Kreuzdornzweig verhinderte das Hexen und Schaden an Mensch und Vieh. Eine ähnliche Wirkung wurde dem Baldrian, auch Bullerjahn genannt, zugeschrieben. Im Garten gepflanzter Buchsbaum vertrug der Teufel nicht, gegen das Hexen schützte man sich, indem man Dillsamen oder Samen des schwarzen Kümmels oder Blätter des Immergrüns bei sich trug. Mit dem Rauch dieses Kümmels oder mit vom Pfarrer geweihten Zweigen vom Wachholder konnte man auch böse Geister aus den Häusern vertreiben. Heilende Wirkung wurde dem pulverisierten Storchenschnabel zugeschrieben, der das Herz stärken und es fröhlich machen sollte. Hier sind nicht die nachweislich einigen Pflanzenextrakten und Pflanzen innewohnenden Heilwirkungen gemeint, hier wird eine wundersame Wirkung angenommen.

So bringt pulfriger Mohnsamen vermischt mit Öl und auf den Rücken gestrichen ruhigen Schlaf und wirkt gegen Sucht, Rittersporn, Klappertopf und Augentrost helfen bei Augenleiden, Rauch verbrannten Bilsenkrautes beseitigt Zahnschmerzen, indem die an der Zahnwurzel sitzenden Würmer abgetötet werden. Breitblättriger Wegerich sollte bei Branntwunden und Vergiftungen helfen. Seitenstechen könne man beseitigen, indem man Samen des Stechapfels verschluckte und gegen Kolik sollten Eicheln helfen, die am Tag bei Eintritt der Sonne in das Sternbild des Skorpion vom Baum gepflückt wurden, ohne dass sie die Erde berührten.

Diese wenigen Beispiele sind einerseits Ausdruck des Wissenstandes vor einigen Hundert Jahren, manche fehlgedeutete Beobachtung mag aber auch zu den genannten Aussagen geführt haben.

Wenn wir heute durch den Wald und Flur gehen, wird uns selten bewusst, dass manche Pflanze hier ursprünglich nicht heimisch war. Nach der letzten Eiszeit vor ca. 15000 Jahren waren praktisch die gesamte Fauna und Flora vernichtet. Es
setzte eine allmähliche Wiederbesiedlung ein. So kam die Rosskastanie aus Restbeständen vom Balkan 1576 nach Wien und von dort dann über ganz Europa. Seit der Jungsteinzeit vor 7000 Jahren wanderten mit der Ausweitung des Ackerbaues viele Begleitpflanzen aus Süd- und Osteuropa, wie z.B. die schöne Kornrade aus dem vorderen Orient, ein. Diesen sog. "Alteinwanderern" stehen die "Jungeinwanderer" gegenüber, die in den letzten Jahrhunderten zu uns kamen.
Allein in den letzten 300 Jahren gelangten über 100 krautige Pflanzenarten zu uns.
So kamen 48 Arten aus Nordamerika (z.B. Nachtkerze, Goldrute), 9 aus Mittel- und Südamerika, 59 aus Südeuropa (z.B. gelbe Lupine), 2 aus Afrika, 53 aus Osteuropa und Westasien, 20 aus Mittel- und Ostasien (z.B. Riesenbärenklau, Drüsiges Springkraut), 2 von der tropischen Südhalbkugel und 1 Art aus Australien nach Deutschland. Einige Beispiele mögen hierfür stehen. Das aus Peru stammende und uns allen als übles Unkraut aus dem Garten bekannte Franzosenkraut verwilderte 1794 aus einem Pariser botanischen Garten und kam 1869 im jetzigen Mecklenburg-Vorpommern an. Das schon erwähnte rosa blühende drüsige Springkraut gelangte schon Mitte des 19. Jh. vom Himalaya in die Gärten, ebenso kam der Kaukasus beheimatete Riesenbärenklau 1890 nach Genf, von dort verbreitete er sich als Zierpflanze. Beide Pflanzenarten vermehrten sich schnell und verwilderten leicht. Ob die Einwanderung von neuen Pflanzenarten als Bereicherung der Flora anzusehen oder zu verhindern ist, wird heftig diskutiert. Beobachten Sie die Natur!

675 Jahre Broderstorf (6)

Vielleicht kennt noch jemand seine Großeltern in der damals in unserem Raum herkömmlichen Tracht. Freilich wurde diese Kleidung nicht ständig getragen.

Die "normale" Kleidung der Tagelöhner bestand noch um 1850 aus einem Tuchrock und Leinenkittel, und dies am Werktag und Feiertag. Erst später hatten vereinzelt Tagelöhner bereits einen Anzug. Die Tracht ist dagegen eine einheitliche Kleidung in bestimmten Gebieten, die vorwiegend von der Landbevölkerung getragen wurde. Sie ist mehr oder weniger eine Feiertagskleidung, die zum Kirchgang, an Feiertagen und bei Festlichkeiten angelegt wurde. Die Alltagstracht unterschied sich in Material, Zuschnitt, Farbe und Zierrat von den Feiertagstrachten. Man trug also entsprechende Tracht alltags und sonntags. Trachten waren nicht so sehr der Mode unterworfen und hielten daher über längere Zeitspannen. Stickereien, Ornamentik und Formen bestimmten Charakteristisches der einzelnen Trachten, werden aber auch von der jeweiligen Mode mit beeinflusst. Die Anfertigung der Trachten oblag vorwiegend den Frauen, sie sind daher auch hauptsächlich an der Herausbildung und Überlieferung der Volkstrachten beteiligt.

Die größte Verbreiterung fanden die Trachten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Lasten der Leibeigenschaft auf- gehoben wurden und sich allmählich ein sesshafterer Bauernstand entwickelte, der zu einigem Wohlstand gelangte.
Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden dann die Trachten wieder, als von der Industrie die Kleidung billiger hergestellt werden konnte. In Mecklenburg können wir sechs Trachtenräume feststellen, die sich um Wirtschafts- oder Handelszentren gebildet hatten: Im (hauptsächlich westlichen) Gebiet um Rostock war es die Biestower Tracht, in der Bützower Gegend fand man die Zepeliner Tracht, im Nordwesten des Landes wurden die Rehnaer und die Schönberger Tracht getragen, auf dem Lande allgemein wurde dann noch die Schweriner Tracht, die sich durch schlichte Gestaltung, vorwiegend dunkle Farben und bescheidenen Schmuck auszeichnete, getragen. Sonderformen finden sich in der Warnemünder und der Poeler Tracht sowie auf dem Fischland.

Aus Vorpommern ist die bekannte Mönchguter Tracht sicher einigen im Gedächtnis. Allen Trachten ist gemein, das der Grundton oft recht dunkel ist, Zierrat, Stickereien auf den Brusttüchern und -lätzen sowie auf den Haubenböden und Männerwesten weisen dagegen vielfältige Unterschiede auf.

Heute zeigen einige Museen wertvolle Trachten und Volkstanzgruppen gepflegt, und sie zeigen selbst gefertigte Trachten auf den Veranstaltungen!

675 Jahre Broderstorf (7)

Der August, im Plattdeutschen Austmand genannt, bietet sich an, einen kurzen Blick auf die Landwirtschaft und ihre Entwicklung bis heute in unserer Gemeinde zu werfen.
Die heutige Gemeinde Broderstorf umfasst eine Fläche von 2056 ha, davon entfallen auf das Ackerland 1350 ha, Grünland 362 ha, Gartenland 42 sowie auf Forsten und Holzungen 81 ha.

Zunächst sei ein kurzes Eintauchen in die Geschichte der einzelnen Ortsteile gestattet. Neuendorf wird nach einer Urkunde von 1314 an die Rostocker Bürger Schönweder und Raven verpfändet, noch 1581 gehen die Hebungen an die
Officialei Rostock. Nach Belehnungen und dem letzten Legen der Bauern 1724 ist es dann ein Rittergut, 1855 ein Lehngut mit 442 ha, das zum ritterschaftlichen Amt Ribnitz gehört.

Ach Pastow wurde nach der ersten Erwähnung 1318 einem Rostocker Bürger verkauft, über verschiedene Zwischenverkäufe gelangt es in den Besitz des Klosters Marienehe, wird um 1552 säkularisiert und ist damit landesherrlicher Besitz und gehört fortan zum (Groß-)Herzogl. Domanialamt Toitenwinkel zu Rostock. In der damaligen Gemeinde Broderstorf werden alle Ortsteile (Ikendorf, Neu Broderstorf) über den Umweg als Privatbesitz Rostocker Bürger zu Rostocker Stadtgütern (urkundlich 1628). Erst 1910/11 werden aus dem Eigentum der Stadt 3 Erbpachthufen an die Meckl. Ansiedlungsgesellschaft verkauft.

Teschendorf, erstmalig 1375 erwähnt, ist betrieblich zeitweilig mit Godow verbunden. Es entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem ritterschaftl. Gut, das zum ritterschaftl. Amt Ribnitz gehört. Seit Ende des 19. Jh. kommt es zu häufigerem Besitzerwechsel, ab 1936 wird ein Teil des Gutes (etwa 310 ha) aufgesiedelt.
Im Allgemeinen waren die Domanialbauern besser geschützt als die ritterschaftlichen, da sie durch ihren Schulzen gegenüber dem Amtmann auftreten konnten. Im Domanialgebiet blieben bis ins 20. Jh. sehr viele kleine Höfe erhalten, während sie im ritterschaftlichen Bereich fast alle in den Hofbetrieb aufgingen.

Die frühere Dreifelderwirtschaft wurde Mitte des. Jh. von der Holsteinischen Koppelwirtschaft abgelöst. Sie erlaubte einen höheren Getreideanbau.
Dieser wiederum folgte die Meckl. Schlagwirtschaft, die den hiesigen Gegebenheiten besser angepasst war. Diese Wirtschaftreform eignete sich besser für Großbetriebe, Bauernlegen und Leibeigenschaften waren die Folge. Letzteres wurde erst 1820 aufgehoben.

In Pastow gibt es 1872 7 Erbpächter, 1 Halbhüfner, 2 Büdner, 8 Häusler, in Broderstorf 1894 3 Erbpächter, 11 Büdner, 6 Häusler, in Ikendorf 1895 1 Erbpachthof und schließlich in Neu Broderstorf 1855 1 Erbzinshof.

Als Beispiel für den Feldbau mögen die Angaben für 2 Pastower Hufen (zusammen etwa 90 ha) Ende des 19./Anfang des 20. Jh. stehen:
Es wurden bestellt mit Gerste 45 Morgen, Roggen 67 Morgen, Weizen 19 Morgen, Hafer 80 Morgen, Klee 55 Morgen, Rüben 48 Morgen und Kartoffeln 20 Morgen.

Nach dem 2. Weltkrieg ziehen viele Flüchtlinge und Umsiedler, etwa 50 bis 60 % der Bevölkerung zu, die viele Neubauernstellen bewirtschafteten.
1953 wird die LPG gegründet, die schließlich mit Flächen aus den Nachbarorten bis zu einer Größe von rund 4300 ha mit 12 Arbeitskräften/ 100 ha anwächst. Dagegen ist die heutige Produktivität erheblich gestiegen, nämlich auf 1,4 Arbeitskräfte/ 100 ha im Landesdurchschnitt. Dies ist z. T. sicher auch dem geringeren Viehbesatz geschuldet. Die technische Entwicklung brachte gleichzeitig einen wesentlich höheren Flächenertrag in dem vergangenen Jahrhundert.

675 Jahre Broderstorf (8)

In Mecklenburg lebten früher die meisten Menschen auf dem Lande, wo es infolge der dünnen Besiedlungsdichte auch zunächst keine Schulden gab. Wohlhabende, meist Adelige, Guts- und Fabrikbesitzer, beschäftigen einen Privat- (Haus-) lehrer oder schickten ihre Kinder in die Stadt.
Als Luther mit der Reformation die deutsche Sprache in das Kirchenleben einführte, war dies zugleich ein Anstoß, dass alle Kinder Deutsch lesen und schreiben und ordentlich sprechen lernen sollten. Es standen dann einklassige Schulen.

Ein Lehrer, oft der Pastor oder der Küster, hier oft Köster genannt, unterrichtete in allen Fächern, meist war dies auf Lesen, Schreiben und Religion sowie ein bisschen Naturkunde beschränkt. Zugleich waren diese Lehrer häufig für die Kinder und deren Eltern vertrauensvolle Berater. Für die domanialen Schulen (hier z.B. Pastow) erließ Herzog Friedrich im Jahre 1771 ein "Herzoglich Mecklenburgisches Reglement für sämtliche Schulen auf dem Lande".
Danach sollten täglich 6 Unterrichtsstunden erteilt werden, im Sommerhalbjahr sollte wenigstens an einigen Tagen Unterricht sein.
Die Ritterschaft (z.B. in Teschendorf) klärte noch in den 1770 iger Jahren,dass nur sie über die Notwendigkeit des Unterrichts in ihren Dörfern zu entscheiden habe. Die Schulaufsichtspflicht blieb bis 1918 in Mecklenburg in
geistlicher Hand. Mit der aufwändig betriebenen Schulreform im Jahre 1946 wurden die einklassigen Dorfschulen aufgelöst, dies allerdings mitunter in Schritten.

Als erste Schule in unserer Gemeinde wird in alten Urkunden für 1834 eine Schule in Pastow erwähnt. Es ist zunächst ein Klassenraum vorhanden. Unter dem 18.07.1876 werden Regularien zur Einschulung der Neuendorfer Kinder nach Pastow erlassen. Am 22.03.1909 taucht der Gedanke auf, eine 2. Schulklasse und eine Ledigenwohnung aus herrschaftlichen Mitteln (Domanium) bis zum 01.10.1909 zu errichten. Die Landesverwaltung genehmigt unter dem 06.05.1909 einen
Zuschuss von 1500 Mark. Dem Lehrer (z.B. Herrn Bannier) stehen 1875 zur Verbesserung seiner Lebenshaltung 55 Quadratruten für die eigene Bewirtschaftung zur Verfügung. Im Winterhalbjahr 1905/06 erhält der Lehrer Jacobs
lediglich 100 Mark als Vergütung, im Sommerhalbjahr 1906 200 Mark!
Die wöchentliche Vergütung eines Assistenten als Vertretung für den Lehrer beträgt 1901 ganze 5 Mark. Das ehemalige Schulgebäude dient heute Wohnzwecken.

Die erste Erwähnung einer Schule in Broderstorf liegt aus dem Jahre 1874 vor.
Das ehemalige Schulgebäude befindet sich an der Kösterbecker Str./ Am Dorfteich und ist heute ein Wohnhaus. 1906 wird eine Vorlage für den Schulhausneubau erarbeitet, von den benötigten 11650 Mark gewährt die Stadt Rostock lediglich 10950 Mark. Im Gebäude befindet sich auch eine Lehrerwohnung. Schulhof und -garten liegen hinter dem Haus. 1931 entbrennt ein Streit zwischen der Kämmerei Rostock und der Gemeinde (Stadtgut Rostock) über das Ruhegehalt für einen Lehrer, denn die Gemeinde kann nicht zahlen, sie hat lediglich Einnahmen von 3800 Mark und Schulden in Höhe von 3000 Mark. 1959 wird das Pionierblasorchester Broderstorf gegründet. 1959/60 wird der Schulbetrieb in die neue Zentralschule auf dem Gelände des ehemaligen Teschendorfer Kruges verlegt.

Die Teschendorfer Schule wird 1855 bei 94 Einwohnern des Ortes erwähnt, die Kinder aus Godow und Wolfsberg kommen ebenfalls hierher. Der Lehrer ist gleichzeitig Sekretär des Gutes, weshalb im Sommer oft kein Unterricht stattfindet. Der Schulraum befindet sich bis 1900 in einem nicht mehr existierende Haus südlich vom 1900 errichteten Gebäude, an dessen Südgiebel werden dann die Schule und die Lehrerwohnung verlegt. Ab 1945 wird der Unterricht bis zum Umzug in die neue Zentralschule an der heutigen Bundesstraße im Gusthaus erteilt. Der letzte Lehrer ist Herr Schröder.

675 Jahre Broderstorf (9)

Mit dem Ende des 12. und Beginn des 13 Jahrhunderts setzte eine erneute intensive Siedlungstätigkeit, vor allem durch zuziehende Bauern und Handwerker in unserem Raum ein.
Die Siedler kommen vorwiegend aus Westfalen und dem Rheinland wie auch von der Nordseeküste. Die Namen für Orte, Gewässer oder Fluren sind eng mit der Geschichte verbunden. Daher finden wir hier neben den deutschen Namen auch ursprüngliche slawische Bezeichnungen (z.B. Pastow). Deutsche Einwanderer gaben den neu gegründeten Orten niederdeutsche Namen in dem damals gesprochenen Mittelniederdeutsch. Wir erkennen dies noch heute in unserem Ortsnamen. Und die Bedeutung des "Broder" in der Ortsbezeichnung können wir noch jetzt aus dem Plattdeutschen herleiten.

Das Gebiet östlich von Rostock gehörte nach der Ersten Mecklenburgischen Landeshauptteilung im Jahr 1229 zur Herrschaft Rostock. Als Heinrich Borwin I. 1227 starb wurde er von seinen 4 Enkeln beerbt, die eine Verselbstständigung
ihrer Teilherrschaften betrieben. Diese nun an Heinrich Borwin III. gefallene Herrschaft Rostock reichte vom Raum Kröpelin im Westen bis an die Recknitz im Osten. 1323 erhält Heinrich II. von Mecklenburg nach dem Tod des Dänen-
königs Erich die Herrschaft Rostock mit Gnoien und Schwaan als erbliches Lehen, was zur Stärkung der Herrschaft Mecklenburg führt.

Im 12. Jahrhundert bedeckten die Topfhelme weitgehend das Gesicht der Ritter. So war nicht erkennbar, wer Feind oder Freund war. Der Kämpfende musste kenntlich gemacht werden. Hierfür eigneten sich vorzüglich die Schilde, indem sie mit entsprechenden Abzeichen versehen wurden: Die Geburtsstunde der - auch später mit hoheitlicher Bedeutung verbundenen - Wappen war gekommen.

Von dem Wappen der Herrschaft Rostock finden wir einiges in unserem eigenen wieder. Es zeigte auf blauem Schild einen nach links schreitenden goldenen Greif mit erhobener rechter Vorderpranke, ausgeschlagener roter Zunge und mit einem erhobenen Schweif. Davon ist in unserem Wappen der nach links blickende goldene Greifenkopf mit ausgeschlagener roter Zunge auf blauem Grund abgeleitet worden. Die silbernen Wellenlinien symbolisieren die beiden an der Gemeinde vorbei führenden Bäche: Die Kösterbeck und die Carbäk.

Die heutigen Landesfarben für Mecklenburg werden erst im 19. Jh. durch den Herzog Friedrich Franz I. am 26.03.1813 festgelegt, indem er die Farben Ultamarin - Gelb- Zinnoberrot bestimmt. In den sehr frühen Zeiten wurde nur
die Farbe des Hauptwappens - gelb mit schwarzem Stierkopf - geführt. Nach dem Erwerb der Herrschaft Rostock kam blau hinzu und mit der Wiedergewinnung der Grafschaft Schwerin war dann rot die letzte Landesfarbe. Mit der Bestimmung
des Herzogs waren zwar die Farben, nicht aber die Reihenfolge festgelegt.
Die heutige uns bekannte Reihenfolge stellte die 1863 erlassene Flaggenordnung für Mecklenburg - Schwerin endgültig fest: "Oben blau, inmitten goldgelb, unten rot".
Diese Farben werden, nachdem sie auch nach 1918 von den beiden mecklenburgischen Freistaaten geführt wurden, noch heute im mecklenburgischen Landesteil gezeigt.

675 Jahre Broderstorf (10)

Der Dezember wird im Plattdeutschen auch Christmand genannt. Und wir haben doch seit unserer Kindheit eigentlich nur angenehme Erinnerungen an diese Zeit mit Advent, Nikolaustag sowie Geschenken zum Fest. Daher einige Anmerkungen zu dieser froh stimmenden Zeit.

Erste Spuren des Advents finden wir im Osten um 400 und nicht im Abendland, dort erst um 600 n. Chr. Nicht immer war die zeit vor Weihnachten eine Zeit des Überschwanges und der Freude, sondern vielmehr eine Zeit der Buße. Hierfür ist die violette Farbe während der Adventszeit in der Kirche ein Zeichen, Adventszeit war eine Fastenzeit, eine Zeit zum Nachdenken. Unterschiedlich lang währte diese zeit, nämlich zwischen 2 und 7 Sonntagen.

Erst unter dem Papst Gregor dem großen wurden auf dem Konzil zu Lerida im Jahre 524 schließlich 4 Sonntage festgelegt.

Zum Advent gehört heute der grüne Kranz mit 4 roten Kerzen, dabei gilt grün als die Farbe der Treue oder der unversieglichen Natur, rot als die Farbe des Blutes
und des Lebens, und die Ringform bannt jegliches Übel. Der Kranz selbst hat erst zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts bei uns Eingang gefunden, davor waren aber schon seit dem Mittelalter der grüne Zweig oder ein Tannenbusch in den Kirchen gebräuchlich.

Am Nikolaustag, der Todestag des heiligen Nikolaus ist der 6. Dezember, wird an den Bischof Nikolaus von Myra (in der heutigen Türkei gelegen) erinnert, der wegen seiner Mildtätigkeit insbesondere gegenüber Kindern in die Legende
einging. Seine Gebeine wurden übrigens im 11. Jh. nach Bari in Apulien/Italien verbracht. Begleitet wurde er von seinem Diener, dem Knecht Ruprecht.
Auch ein spezielles Gebäck, der "Spekulatius" erinnert an den Bischof Nikolaus, denn früher hatte der Bischof den Titel "speculatius", was Aufseher bedeutet.

Das Weihnachtsfest als Fest der Geburt Jesu ist das volkstümlichste Fest der Kirche geworden. Es wurde erst im 4. Jh. eingeführt. Zunächst beging man die Geburt Jesu am 6. Januar, etwa um 336 feierte dann Papst Liberius das
Geburtstagsfest des Heilands und ließ 360 eine Krippenkapelle in der heutigen Kirche Santa Maria Magiore errichten. Mitte des 4. Jh. wurde dann der 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu festgelegt. Bis ins 16 Jh. galt Weihnachten gleichzeitig als Jahresbeginn, selbst Luther hat noch an Weihnachten als dem Jahresbeginn festgehalten. Wir begehen heute Weihnachten als ein großes Familienfest, an dem der Weihnachtsbaum nicht fehlen darf. Er soll übrigens in Mecklenburg nach alten Quellen zum ersten Mal von dem Grevesmühlener Organisten im Jahr 1888 in seiner Stube aufgestellt worden sein. Der Weihnachtsbaum tauchte zuerst in Straßburg im 17. Jh. auf, wurde mit Papierrosen als Symbol für die rose vom Zweig Jesse und Äpfeln als Deutung für den Paradiesbaum sowie Kerzen las Zeichen für das Licht (Ich bin das Licht der Welt) geschmückt.
Erst in der 2. Hälfte des 19. Jh. fand er in Deutschland allgemeine Verbreitung.

In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, dass zahlreiche Lichter in den Fenstern der Häuser, auf Fichten der Gärten und Lichterketten an den Hausfassaden während der Adventszeit angebracht werden.

Mit diesem Beitrag endet die Serie zur 675-Jahrfeier der Gemeinde Broderstorf. Für das Interesse und die Vorschläge sie dank ausgesprochen. Weitere Anregungen werden gern unter Tel. 038204/12250 entgegen genommen.

Dr. Heinrich Steinbrink